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GERMAN COUNCIL . KONSUM
 So ein Bad tut einfach gut. Wellensittiche lieben die Plantscherei
Holthenrich. »Das sind 600.000 mehr als noch im Jahr 2016.«
Ein Grund dafür: Die Flut an TV-Sendungen, in denen Trainer wie Martin Rütter zeigen, wie leicht es scheinbar ist, Vierbeiner zu erzie- hen. Je mehr Hunde über die Bildschirme flimmern, desto stärker wächst das Verlan- gen, selbst einen zu besitzen. Zudem sind Hunde nach einer Studie der britischen Versi- cherungsgruppe Direct Line ideale Begleiter, wenn Menschen einen neuen Lebenspartner suchen. Frauen fühlen sich danach noch stärker als Männer zu Vertretern des anderen Geschlechts hingezogen, wenn diese einen Caniden an der Leine führen – vermutlich, weil sie dadurch ihre Fürsorglichkeit demons- trieren. Der Husumer Unternehmer Jan Be- cker hat auf dieser Erkenntnis sogar eine Ge- schäftsidee aufgebaut. Eine Internet-Dating- plattform für Hundeliebhaber. Der Name: Dogs 2 love.
Ein Beitrag von Richard Haimann, freier Journalist
»Wir haben die Marge deutlich optimiert und damit Spielraum für die Forcierung des On- line-Geschäfts geschaffen.«
Tiernahrung in Lebensmittelqualität
Zudem verändern neue Trends laufend die Nachfrage der menschlichen Konsumenten. Ein Beispiel dafür ist Terra Canis, ein vor gut 13 Jahren von Birgitta Ornau gegründeter Hersteller von Hunde- und Katzenfutter in Lebensmittelqualität. Als die BWL-Studentin Ornau ihren ersten Hund Sueno aus einem spanischen Tierheim holt, missfällt ihr die Qualität der industriell gefertigten Tiernah- rung. »Weder roch es gut, noch sah es gut aus.« Der Grund: Die Vorgaben der Futtermit- telverordnung. Ornaus Lösung: Tiernahrung fertigen nach den Vorgaben der Lebensmit- telverordnung. In der Münchner Traditions- Metzgerei Schäbitz findet sie den passenden Partner dafür. Was in die Dosen kommt, ent- spricht der Qualität menschlicher Lebens- mittel, ihre Halter essen es nur nicht selbst, sondern verfüttern es an ihre Vierbeiner. Das Geschäft wächst so stark, dass dieses Jahr eine neue Produktionsstätte in Betrieb geht, geplant nach aktuellen EU-Standards für Le- bensmittelbetriebe.
Influencer-Marketing für Tierfutter
Um neue Trends schneller aufzuspüren, scan- nen Hersteller inzwischen stetig das Internet und suchen den Kontakt zu Influencern –
Menschen, die in sozialen Netzwerken durch ihre Äußerungen, durch Fotos, Videos und Texte die Handlungen anderer beeinflussen. »Besonders der Empfehlungscharakter macht Influencer-Marketing so glaubwürdig«, sagt Malte Hübers, Geschäftsführer des Tierfutter- produzenten Dr. Clauder‘s aus Hamminkeln am Niederrhein. Katharina Engling, Marke- tingleiterin von bunny Tierernährung im nie- dersächsischen Melle, spezialisiert auf Futter und Zubehör für Kleinsäuger, besucht Influen- cer, die Chinchillas, Hamster, Kaninchen oder Meerschweinchen halten, sogar Zuhause, um enge Kontakte aufzubauen. Ihre Schlussfol- gerung aus zahlreichen Gesprächen: »Das Sortiment im Handel muss noch besser an die Bedürfnisse der Tierhalter angepasst wer- den.« Das vielfältige Zubehör – von Schnüf- felmatten bis hin zu interaktiven Spielen für Nagetiere – böte erhebliche Absatzpotenzia- le, wenn es den Kunden nahe gebracht würde. »Da ist noch sehr viel Musik drin für die Heim- tierbranche«, sagt Engling.
Hunde: Ideale Begleiter auf der Suche nach dem Lebenspartner
Das höchste Wachstumspotenzial verspricht jedoch das Geschäft mit Hundefutter und -zubehör. Zwar ist die Katze weiterhin der be- liebteste Gefährte der Deutschen: 13,7 Millio- nen Samtpfoten wohnen unter hiesigen Dä- chern. Doch die Caniden holen kräftig auf: »Mittlerweile leben 9,2 Millionen Hunde in 18 Prozent der Haushalte«, sagt ZZF-Präsident
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    24 GCM 2 / 2019
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