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                GERMAN COUNCIL . KONSUM
 Vor allem junge Leute buchen über Airbnb, weil es billiger ist als ein Hotelzimmer
Großstädten wie München sind Rentner, die so ihre Pension oder Rente aufbessern«, sagt Beyerle. »Zudem gibt es etliche Privatanleger, die Eigentumswohnungen allein zu dem Zweck erworben haben, um sie über AirBnB so lukrativ wie möglich zu vermieten.«
Das verknappt in Großstädten zusätzlich das Angebot an Mietwohnungen – und es bereitet der Hotelbranche und der Gastrono- mie Einnahmeausfälle. Nach einer IW-Studie mietet in Deutschland inzwischen jeder fünf- te Besucher aus dem Ausland eine Unter- kunft über AirBnB, weil das billiger sei als ein
Die Gründer haben mit ihrer App schon Millionen verdient
Hotelzimmer. Zudem verzichten viele dieser Gäste auf Restaurantbesuche und kochen stattdessen in der angemieteten Wohnung. »AirBnBhatweltweitdenMarktfürUrlaubs- unterkünfte in Bewegung gebracht«, sagt Voigtländer. In Finnland, Norwegen und Schweden seien Hotels bereits gezwungen gewesen, ihre Zimmerpreise zu senken.
Wenn Uber-Fahrer auf eigene Kasse fahren
Auch die Gründer des 2009 gestarteten Fahrgastdienstes Uber, Garrett Camp und Travis Cordell Kalanick, sind längst Milliardä- re. Denn 20 Prozent der Einnahmen aus je- der vermittelten Fahrt müssen an das Unter- nehmen abgetreten werden. Gemessen am Vermögen der Erfinder der Online-Vermitt- lungsplattform bekommen die Fahrer, die mit ihren eigenen Automobilen Fahrgäste für Uber befördern und die Kraftstoff-, War- tungs- und Versicherungskosten selbst tra- gen müssen, eher Brosamen. Gleichzeitig gefährdet das Unternehmen die Existenz etablierter Taxiunternehmen und deren Be- schäftigten, weil Uber Fahrten immer ein we- nig günstiger anbietet. Das hat dazu geführt, dass etliche Städte – von Berlin über London bis Macau – die Dienstleistung zeitweise oder dauerhaft untersagt haben. In Berlin,
Jetzt verfügbar! Die neue GCM-APP
Düsseldorf und Hamburg vermittelt Uber über seine App UberTaxi Fahrten mit konzes- sionierten Taxiunternehmen.
Ökonom Rifkin sieht in Vermittlungsplattfor- men wie AirBnB und Uber nur einen Über- gang auf dem Weg hin zu einer wahren Sha- ring Economy, in der Dinge tatsächlich ge- teilt und einzelne Akteure nicht länger maxi- male Profite erzielen werden. Die Software, die die beiden Unternehmen nutzen, könne leicht von anderen programmiert werden. Früher oder später, sagt Rifkin, würden sich die ersten Uber-Fahrer zusammentun, eine Kooperative gründen, eine eigene App entwi- ckeln und auf eigene Kasse arbeiten. »Die Menschen«, sagt der Ökonom, »sind nicht blöd.«
Ein Beitrag von Richard Haimann, freier Journalist
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