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GERMAN COUNCIL . HANDEL UND IMMOBILIEN
Retail-Investments: Europas Einzelhandels- märkte driften weiter auseinander
Während der Einzelhandel in Europa mehrheitlich vom
globalen Aufschwung profitiert, lässt die Marktentwicklung in Belgien und Frankreich Anzeichen einer Krise erkennen. Portugal hingegen hat sich von seiner Finanz- und Wirtschaftskrise erholt und belegt erstmals die Spitzenposition der erfolgreichsten zwölf EU-Länder. Polen und Tschechien gehören ebenfalls zu den wich- tigsten europäischen Stützen – ebenso wie Deutschland, dessen Einzelhandelsmarkt laut aktuellem Global Retail Attractiveness Index (GRAI) der Union Investment nach wie vor zu den globalen Top-Performern gehört
und sich seinen Platz auf der Agenda von Retail-Investoren zurückerobert«, sagt Hen- rike Waldburg. Mit Spanien (114 Punkte) schafft ein weiteres südeuropäisches Land erstmals den Sprung unter die Top Five. Hierfür sorgt eine besonders starke Um- satzentwicklung des spanischen Einzelhan- dels, die das optimistische Bild auf der An- bieterseite unterstreicht. Auf etwas schwä- cherem Niveau (111 Punkte) bewegt sich das ehemalige Sorgenkind Irland, das sich trotz deutlicher Verluste (minus 6 Punkte) auch im vierten Quartal besser als das »Mit- telfeld«, bestehend aus Österreich, Italien und den Niederlanden, abschneidet.
Europaweiter Trend: steigende Einzelhandelsumsätze
Der aktuellen Dreiteilung des europäischen Einzelhandelsmarktes entsprechend präsen- tieren sich die Stimmungsbilder auf der Ver- braucher- und der Anbieterseite wie auch die Verbraucherpreisindices in den einzelnen Ländern sehr uneinheitlich. Ein fast durch- gängiges Merkmal in Europa bilden hinge- gen steigende Einzelhandelsumsätze so- wohl im stationären Handel als auch bei den Online-Anbietern. Der Teilindikator »Entwick- lung des Einzelhandelsumsatzes« legte ge- genüber dem Vorquartal um insgesamt 15 Punkte zu und sorgte dafür, dass der EU- 12-Index im Vergleich zur letzten Erhebung vor einem Jahr insgesamt nur geringfügig an Boden verlor (minus 2 Punkte).
Gegenüber dem Nordamerika-Index, der mit 113 Punkten sein bisheriges Niveau bestä- tigt, fällt der Europa-Index entsprechend leicht zurück. Etwas Boden gutmachen konnte der EU-12-Index gegenüber dem Asi- en-Pazifik-Index. Vor allem bedingt durch das starke Einknicken der Verbraucherstim- mung in Südkorea gab der Asien-Pazifik-In- dex um vier Punkte nach und belegt nun mit 106 Punkten hinter Nordamerika und Europa den dritten Platz im globalen Ranking.
»International betrachtet gehören Kanada, die USA, Japan und Australien – und zwar in dieser Reihenfolge – zu den Einzelhandels- märkten, denen wir für 2019 die besten Ren- diteperspektiven bescheinigen«, so Henrike Waldburg. »Aber auch hier müssen Investo- ren genau hinsehen: Die Einzelhandelsland- schaft in einigen dieser bedeutenden Märkte durchlebt gravierendere Umbrüche als mög-
Die europäischen Einzelhandelsmärkte prä- sentieren sich zum Jahresstart mehrheitlich in guter Verfassung. Retail-Investoren in Euro- pa müssen sich jedoch auf ein zunehmendes Gefälle zwischen robusten und auf längere Sicht stark risikobehafteten Einzelhandels- märkten einstellen. Wie der Global Retail At- tractiveness Index (GRAI) von Union Invest- ment ausweist, beträgt der Abstand zwischen dem aktuellen Top-Performer Portugal und dem derzeit schwächsten Markt in Europa, Belgien, 25 Punkte. Das ist die größte Diffe- renz, die für den Index in den letzten zwölf Mo- naten ermittelt wurde. »Die anhaltend gute Konjunktur in Europa, die sowohl dem Online- handel als auch dem stationären Einzelhandel in fast allen Ländern steigende Umsätze be- schert, bremst den Trend noch ab. Eine nach- haltige Eintrübung des Verbraucherklimas dürfte den Trend des Auseinanderdriftens je- doch weiter verstärken«, sagt Henrike Wald- burg, Leiterin Investment Management Retail bei Union Investment.
Konstanter Zuwachs in Deutschland
Zu den Top-Performern auch im globalen Kon- text zählt unverändert der deutsche Einzel- handelsmarkt. Seine stabile Position in der Spitzengruppe beruht insbesondere auf kons- tant guten Zuwächsen bei den Einzelhandels-
umsätzen. Als einziges Land der im EU-12-In- dex des GRAI abgebildeten Länder weist Deutschland zudem im Vergleich zum vierten Quartal 2017 einen leichten Anstieg der Ver- braucherstimmung auf (+ 2 Punkte). In allen anderen untersuchten Regionen Europas kühlt die Zuversicht der Konsumenten in Be- zug auf die Binnenkonjunktur mehr oder weni- ger deutlich ab. »Die gute Arbeitsmarktlage und optimistische Einkommenserwartung verleihen den deutschen Einzelhandelsmärk- ten eine besondere Robustheit, von der sich in wachsendem Maße auch ausländische Inves- toren gut prognostizierbare Cashflows ver- sprechen«, so Henrike Waldburg.
Portugal erobert Spitzenposition
Verlässliche Stützen für den EU-12-Index, der sich mit 110 Punkten weiterhin auf überdurchschnittlichem Niveau präsentiert, sind neben Deutschland (115 Punkte) er- neut die beiden osteuropäischen Länder Polen (118 Punkte) und Tschechien (117 Punkte). Neben Tschechien weist auch Por- tugal mit einem Plus von zwei Punkten eine positive Entwicklung gegenüber dem Vor- jahr auf und belegt mit 121 Punkten erst- mals die Spitzenposition im EU-12-Index. »Portugal hat seine schwere Finanz- und Wirtschaftskrise erfolgreich abgearbeitet
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