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 GERMAN COUNCIL . HANDEL UND IMMOBILIEN
Die Zukunft der Immobilienwirtschaft
Menschen verbringen den größten Teil ihres Lebens in Immobilien, denn Immobilien ermöglichen nicht nur die effiziente Produktion von Gütern und Dienstleistungen, sie helfen auch, zentrale Bedürf- nisse des Menschen zu befriedigen: Schutz, Wärme, soziale Interak- tion. Weil Gebäude diese Leistungen für Jahrzehnte ermöglichen, stellen sie gleichzeitig Konsum- und Investitionsgüter von erheb- lichem Wert dar
sellschaftlichen Rahmenbedingungen die Funktionalität und damit auch die Wirtschaft- lichkeit von Objekten stark verbessern oder schwächen. Daher ist es wichtig, dass Immo- bilienprofessionals die zentralen Trends für die Immobiliennachfrage und -erstellung im Auge behalten.
Megatrends: demografischer Wandel und Wissenschaftsorientierung
Trendforscher haben in den vergangenen Jahrzehnten ganze Trendlandkarten ge- zeichnet, auf denen eine verwirrende Zahl und Struktur von zum Teil verstärkenden, zum Teil wechselseitig schwächenden kür- zer- oder längerfristigen Trends abgebildet werden, die auf die Immobilienwirtschaft ein- wirken können.
Die aktuell wichtigsten Trends sind die de- mografischen Veränderungen sowie die an- haltende Wissenschaftsorientierung in vie- len Ländern. Heute leben etwa 7,6 Milliarden Menschen auf der Erde, fast viermal so viele wie vor 100 Jahren und fast achtmal so viele wie vor 300 Jahren. Gleichzeitig hat der An- teil der Menschen, die eine universitäre (oder überhaupt irgendeine) Ausbildung genießen durften, den höchsten Stand in der Mensch- heitsgeschichte erreicht: mehr als 500 Millio- nen Menschen verfügen heute über einen Universitätsabschluss, und der Anteil wächst stetig weiter. Es gibt heute mehr Hochschul- absolventen auf der Welt als es zu Zeiten von Christoph Kolumbus Menschen auf der Erde gab. Es geht aber nicht nur um Hoch- schulabschlüsse: Heute erhalten vier von fünf Menschen zumindest eine Grundausbil- dung, vor 200 Jahren war dies nur eine Per- son von fünf. Die Zahl der Menschen mit ei- ner Grundausbildung hat sich damit in den vergangenen zwei Jahrhunderten dank der Qualifizierung und der demografischen Ent- wicklung um den Faktor 30 erhöht. Das hohe Bevölkerungswachstum und die stärkere Öff- nung für wissenschaftliche Erkenntnisse er- möglichten oder erleichterten unter anderem den Kapitalaufbau, die Verlängerung der Le- benserwartung, die Automatisierung und Di- gitalisierung, die verstärkte Arbeitsteilung und damit einhergehend die Globalisierung, aber auch die stärkere Inanspruchnahme natürli- cher Ressourcen sowie die Maßnahmen, um gegen die Umweltschädigung vorzugehen. Somit sind viele der in Trendlandkarten ver- zeichneten Trends unmittelbar oder mittelbar
Tatsächlich machen allein die Ausgaben für Wohnzwecke (inklusive Energie und Instand- haltung) von privaten Haushalten über 35 Prozent der privaten Konsumausgaben aus, und das Nettoanlagevermögen, das in Deutschland in Immobilien gebunden ist, übersteigt 8.500 Milliarden Euro. Das sind über 80 Prozent des gesamten Nettoanlage- vermögens.
Und selbst diese Zahlen unterschätzen die Bedeutung von Immobilien für eine Gesell- schaft, bilden diese Zahlen doch nur das mo- netär Bewertbare ab. Menschen wertschät- zen jedoch vieles in der gebauten Umwelt, das nicht unmittelbar, oder auch nur mittel- bar in Zahlungsströme überführt werden kann: Wir haben Freude an eindrucksvoller Architektur, wir genießen gelungene Stadt-
men auf, die geschmackvoll gestaltet sind, ein gutes Raumklima haben und die eben so- ziale Interaktion ermöglichen. Nicht jede die- ser Freuden lässt sich über Marktprozesse abbilden.
An diesen Aspekten wird sich in den nächs- ten Jahrzehnten nichts ändern, zu grundle- gend sind die angesprochenen Bedürfnisse, und zu abhängig sind die Fertigungs- und Dienstleistungsprozesse von einer verlässli- chen, wetterunabhängigen und technisch unterstützenden Infrastruktur, die nur in ge- eigneten Gebäuden möglich ist. Doch dies bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass Im- mobilien unabhängig gegenüber längerfristi- gen Trends wären. Gerade weil Immobilien für Jahrzehnte gebaut werden, können selbst kleine aber stetige Verschiebungen in den wirtschaftlichen, technischen oder ge-
Konsum
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Das wohlhabendste Deutschland aller Zeiten
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