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 Zahl an Verbrauchern ansprechen, was die Kreativität der Anbieter herausfordert. Um die Gunst der Kunden zu gewinnen, geht es zunehmend darum, die Wettbewerber bei der Qualität der angebotenen Bio-Produkte zu übertrumpfen. Denn die Unterschiede bei den Bio-Produkten sind groß: Die einen ar- beiten mit Mindeststandards, die ein Bio-La- bel erforderlich machen, andere setzen auf die strengsten Regeln, nach denen Bio-Le- bensmittel kategorisiert werden.
Lidl setzt auf Bioland
So wirbt Lidl derzeit massiv für seine jüngste Bio-Offensive, deren Grundlage eine Koope- ration mit dem Label Bioland ist. Inzwischen sind fast alle Molkereiprodukte der Lidl-Ei- genmarke »Bio-Organic« wie Käse, Butter und Joghurt mit dem grünen Bioland-Mar- kenzeichen in allen deutschen Filialen erhält- lich. Auch Weizen- und Dinkelmehl hat Lidl auf Bioland-Standard umgestellt. Nach eige-
nen Angaben bietet das Unternehmen be- reits ein Viertel seiner Bio-Eigenmarke in Qualität von Bioland an – Tendenz steigend.
Kaufland antwortet auf das Vorpreschen der Großen in der Branche mit der Aufnahme von 150 Demeter-Produkten ins Warensorti- ment, vorwiegend Artikel der Marke »Campo Verde«: Säfte, Brotaufstriche, Molkereipro- dukte, Gemüsekonserven, Speiseöle, Teig- waren, Mehl, Cerealien und Gebäck. Bis zum Jahresende sollen weitere 50 Demeter-Pro- dukte hinzukommen. Schon jetzt bietet das Handelsunternehmen mit seinen 660 Filialen mehr als 1.600 Bio-Produkte an, davon rund 230 der Eigenmarke »K-Bio«.
Auch Edeka kündigte an, den Produktanteil seines eigenen Bio-Labels, das sich künftig teilweise an den strengen Auflagen etwa von Bioland orientieren will, weiter auszubauen. Rewe hat sich mit dem Anbieter Naturland zusammengetan und wirbt mit insgesamt
500 Bio-Produkten im Gesamtsortiment – davon tragen bereits 200 das Naturland-Sie- gel. Aldi Nord vertreibt schon länger seine Ei- genmarke »Gut Bio« und ist unter Berufung auf GfK ConsumerScan CP+ der umsatz- stärkste Bio-Produkt-Anbieter hierzulande.
Qualität als Konkurrenzkiller
Das könnte sich bald ändern. Denn die ande- ren Lebensmittelhändler rüsten nicht nur ihre Sortimente weiter auf; sie setzen auch neue qualitative Maßstäbe: Während Bio- Produkte von Aldi nach Vorgaben der euro- päischen Öko-Verordnung hergestellt wer- den, dabei ohne den Einsatz von Gentechnik auskommen und das Verfüttern von gene- tisch veränderten Futtermitteln in den Er- zeugerbetrieben von Aldis Bioprodukten tabu sind, ebenso wie der Einsatz syntheti- scher Pflanzenschutzmittel bei Obst und Ge- müse, gehen andere Labels noch sehr viel weiter.
GERMAN COUNCIL . TRENDS
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