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GERMAN COUNCIL . TRENDS
 Malcom Purcell McLean (1913–2001) war ein US- amerikanischer Reeder und Transportunternehmer und gilt als der Erfinder des multimodalen Verkehrs mithilfe von Containern
Universitäten in Europa und den USA ge- knüpften Computernetzwerken möglich. Es ist der Startschuss für das Internet in seiner heutigen Form. Damit wird es Managern möglich, per E-Mail detaillierte Anweisungen an ihre Produktionsstätten rund um den Glo- bus ohne Zeitverlust zu übermitteln.
1956 begründet der New Yorker Transportun- ternehmer Malcom Purcell McLean einen weiteren Makrotrend, der den Megatrend Glo- balisierung entscheidend befeuert. Um Last- wagen und Schiffe effizienter auszulasten, lässt er Stahlboxen bauen, die auf die Ladeflä- chen der Trucks passen. In den Fabrikhallen werden Waren direkt in die Boxen geschoben, diese von den Lastwagen zu den Häfen ge- bracht und per Kran auf Schiffe gehoben. Es ist die Geburtsstunde des Containers.
McLeans Idee senkt die Transportkosten massiv. Bisher werden alle Waren in den Hä- fen in Fässer, Säcken oder Holzkisten per Hand von Lastwagen und Eisenbahnwag- gons auf die Schiffe geladen. Pro Tonne La- dung fallen 1956 dabei 5,86 US-Dollar an. Bei der Verladung eines Containers per Kran sind es hingegen nur 16 Cent – ein 36tel der bisherigen Kosten. Obendrein reduzieren sich Warte- und Liegezeit von Trucks und Schiffen auf ein Zehntel. Geld, sagt McLean, lasse sich im Transportgeschäft nur verdie- nen, »wenn die Schiffe auf See und die Last- wagen auf den Straßen sind«.
Auf den globalen Handel wirkt die neue Erfin- dung wie ein Turbo an einem Automotor: Jetzt ist es möglich, große Warenmengen ohne Zeitverlust durch immer neues Umpa-
cken, in einem Behältnis in kurzer Zeit rund um den halben Erdball zu transportieren. Von der Fabrik per Bahn oder Lastkraftwa- gen zum Schiff; vom Zielhafen auf Schiene oder Straße zum endgültigen Bestimmungs- ort. 12,192 Meter Länge, 2,438 Meter Breite und 2,591 Meter Höhe – das sind die Maße der heutigen Standard-Container mit einer Länge von 40 Fuß. Groß genug um 20.000 Jeans oder 40.000 originalverpackte Arm- banduhren zu fassen – transportiert zu Kos- ten auf dem tiefsten Niveau in der Jahrtau- sende währenden Geschichte der Seefahrt.
Die zweite große Gewinnergruppe der Globali- sierung sind, nach den Menschen in den auf- strebenden Nationen, deshalb die Konsumen- ten in den Industriestaaten. Nie zuvor waren Waren gemessen an der Kaufkraft so günstig wie heute. Obendrein war die Auswahl nie größer. Am deutlichsten lässt sich das bei den Textilien ablesen: Noch in den 1960er Jahren gab es zwei große Zyklen im Jahr: die Sommer- und Wintermode. Heute präsentie- ren etliche Bekleidungsunternehmen ihren Kunden monatlich ein neues Sortiment.
Ein Beitrag von Richard Haimann, freier Journalist
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