Page 3 - GCM-2014-Spezial
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VorwortSehr geehrte Damen und Herren,es ist mir eine Freude, zum Auftakt meiner Vor- standsarbeit ein paar Grußworte für die Sonder- ausgabe des GCM zum Thema Projektentwick- lung an Sie zu richten.Wer wie ich Projektentwicklung als Herausfor- derung aber auch Vergnügen betrachtet, darf sich freuen – es währt zunehmend länger!Denn vorbei sind die Zeiten der späten achtzi- ger, mehr noch neunziger Jahre, als Handels- immobilien wie Pilze aus dem Boden schos- sen. In atemraubendem Entwicklungs- und Re- alisierungstempo wurden nach der Wieder- vereinigung, speziell in den Neuen Bundes- ländern, Shopping Center, Fachmarkzentren und andere Arten von Handelsimmobilien in rekordverdächtigem Rhythmus eröffnet. Ge- nehmigungstechnisch gab es so gut wie keine größeren Probleme, weil vorwiegend auf der »Grünen Wiese« entwickelt und realisiert wurde. Hauptsache war die gute Erreichbar- keit und ein entsprechend großes Angebot!Heute schlackern Projektentwickler nur noch mit den Ohren, wenn sie davon hören, denn ihr Arbeitsleben hat sich in den letzten zehn Jahren drastisch verändert und ist – wie Ak- quisiteure es ausdrücken würden – »an- spruchsvoller« geworden.Das hat eine ganze Reihe von Gründen: »Die Grüne Wiese« ist salopp gesagt nur noch et- was für Botaniker. Einzelhandel wird – wenn nicht im Internet – mehr denn je in der Innen- stadt platziert, auch weil diese es in vielen Fällen schlichtweg nötig hat, um Urbanität zu wahren. Mit dem Wechsel in die City ist je- doch für zahlreiche Projektentwickler aus A wie Arbeit A wie Abenteuer, weil mehr und mehr unkontrollierbar hinsichtlich zeitlich er- forderlichem Engagement sowie damit ver- bundenen Vorlaufkosten geworden. Die Kom-munen sind selbstbewusster und fordernder, der inhabergeführte Einzelhandel blickt oft sorgenvoll auf die Entwicklung und steht durch Neuansiedlung im direkten Wettbe- werb mit national agierenden Filialisten, und der Bürger will schließlich auch mitreden und vor allem über die Projektpläne früh infor- miert sein. Denn diese haben in aller Regel sig- nifikanten Einfluss auf Landschaftsbild, Versor- gungs- und Verkehrsstruktur und eben nicht zuletzt auf die Zukunft und den wirtschaftli- chen Erfolg der örtlichen Einzelhändler.Mit den Jahren haben sich die Genehmi- gungsprozesse extrem verlängert. Flächen- und Sortimentsbeschränkungen mit Blick auf geplante Shopping Center sorgen bei den Entwicklern und Projektmanagern für lautes Aufstöhnen und sind nicht selten ein ent- scheidender Grund dafür, wenn ein Center nicht die gewünschte Vermietungsresonanz erzielt und dadurch gar nicht erst zustande kommt.Ungeachtet dieser Tatsachen geben Projekt- entwickler aber nicht auf und versuchen, wenn auch mit deutlich höherem Aufwand, zeitlich wie monetär, ihre Vorhaben umzuset- zen. Wie dies aktuell in Deutschland aussieht, ist Thema einer großen Studie des Marktfor- schungs- und Gutachterunternehmens bul- wiengesa, die wir Ihnen in diesem Sonderheft gern vorstellen möchten.Darin geht es einerseits um die quantitative Auswertung des bundesweiten Entwicklungs- volumens von Handelsimmobilienprojekten, in der Sie auch erfahren, wer aktuell die erfolg- reichsten nationaler Developer sind, ebenso wie um regionale Rankings und Analysen. Mit den Siegern der jeweiligen Regionen haben wir Interviews geführt und sie um ihre per- sönliche Einschätzung gebeten.In unserer Zusammenfassung der Studie fin- den Sie aber auch die Ergebnisse der qualita- tiven Bewertung von Projektentwicklern und die damit verbundenen Empfehlungen an die Kommunen.Unser Sondermagazin geht aber noch viel tie- fer auf die Projektentwickler-Arbeit und de- ren Effekte ein. So finden Sie Antworten auf alle nachstehenden Fragen, die vielleicht auch Sie sich schon das eine oder andere Mal gestellt haben:Wie sah Projektentwicklung früher aus, wie schwierig ist sie heute und wie wird sie in der Zukunft sein? Worin liegen die größten Chan- cen und größten Risiken?Worauf kommt es den Städten und Kommu- nen besonders an beziehungsweise wo und wie viel Projektentwicklung ist in Deutsch- land überhaupt noch vorstellbar?Welche Typen von Handelsimmobilien sind aktuell im Markt gefragt und welche haben deutlich an Reiz verloren?Was sagt die Investorenseite, wie und womit die bestmögliche Rendite erzielt wird, und last but not least: Wie hat sich der Beruf des Projektentwicklers in den letzten Jahren ent- wickelt und welche Herausforderungen und welche Perspektiven ergeben sich?Freuen Sie sich auf interessante Aussagen, Rück- und Ausblicke und spannendes Infotain- ment. Viel Spaß bei der »Entwicklung« eines Mehrwert generierenden Lesevergnügens – ich bin überzeugt, die »Mischung macht´s«!Herzlichst


































































































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